Am 5. Februar 2020 stimmte der Landtag für die Wahl des Ministerpräsidenten. Ramelow sollte als Minderheitsregierung wiedergewählt werden, da die CDU auf eine Kandidatur verzichtete und weder der AfD-Kandidat noch der FDP-Vorsitzende Thomas Kemmerich genügend Stimmen für den Sieg gewinnen sollten. Im dritten Wahlgang wurde Kemmerich jedoch unerwartet gewählt und erhielt 45 Stimmen für Amtsinhaber Ramelow mit 44 Stimmen. Die Stimmen für Kemmerich kamen von FDP, CDU und, kontrovers, von der AfD. Es war das erste Mal, dass die AfD an der Wahl eines Regierungschefs in Deutschland beteiligt war. Dies war höchst umstritten, löste Proteste in ganz Thüringen und Deutschland aus und verurteilte Politiker bundesweit, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, die dies als “unverzeihlich” bezeichnete. [1] Im Jahr 2015 beliefen sich in Thüringen insgesamt 1,18 Mrd. EUR auf FuE-Ausgaben, was 1,93 % des regionalen BIP entspricht (nationaler Durchschnitt: 2,82 %, EU: 2,03 %). 22,9 % der GERD werden von der Regierung, 28,9 % vom Hochschulsektor und 48,2 % von privaten Unternehmen erwirtschaftet (Eurostat, 2019). Dies deutet auf eine starke Fokussierung auf die Beteiligung der öffentlichen Forschung und Entwicklung hin (Eurostat, 2019). Im Jahr 2017 wurden beim Deutschen Patentamt 547 Patente angemeldet (1,2% der deutschen Anmeldungen; 25 Anmeldungen/100.000 Einwohner) (DPMA, 2019). Darüber hinaus wurden 2012 257,15 Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt eingereicht, d.

h. 11,78 pro 100.000 Einwohner (nationaler Durchschnitt: 23,03 Patentanmeldungen/100.000 Einwohner) (Eurostat, 2019). Rund 1,86% des deutschen F&E-Personals sind in Thüringen beschäftigt (10.960 Vollzeitäquivalente, 2013), davon 47,6% in der Wirtschaft (Deutschlanddurchschnitt: 61,2%). (Eurostat, 2019). 2017 hatten 25,4 % der 30- bis 34-Jährigen einen Hochschulabschluss erworben und lagen damit deutlich unter dem deutschen Durchschnitt (34,0 %). (Eurostat, 2019). Darüber hinaus arbeiten rund 3,5 % der Thüringer Bevölkerung im Hochtechnologiesektor (sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor) (Eurostat, 2019). Thüringen verfügt über eine Wissenschafts- und Forschungslandschaft, die sich aus fünf öffentlichen Universitäten und fünf Fachhochschulen zusammensetzt (eine davon ist privat) (Invest in Thüringen, 2019). In Thüringen gibt es ein breites Spektrum an Wissenschafts- und Forschungsinstituten. Tatsächlich sind in Thüringen 14 Universitäten und 19 nicht-universianische Institute vertreten, darunter fünf Institute und Forschungseinheiten der Fraunhofer Gesellschaft, drei Institute der Max-Planck-Gesellschaft, ein Institut der Helmholtz-Gemeinschaft, fünf Institute und Forschungseinheiten der Leibniz-Gemeinschaft sowie weitere Forschungsinstitute .Research in Thüringen (Forschung in Thüringen, 2019). Darüber hinaus verfügt Thüringen über drei Innovationszentren: das Thüringer Zentrum für Maschinenbau (ThZM), das Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) und das Zentrum für Energie- und Umweltchemie (MOEL).

Das Land beherbergt auch sieben Technologiezentren und Gründerzentren (BIC in Nordthüringen, GIS in Eisenach/Stedtfeld, IGZ in Rudolstadt, TIZ in Gera, TGZ in Ilmenau, TIP in Jena und TGF in Schmalkalden/Dermbach) sowie fünf Anwendungszentren. Das sind das Anwendungszentrum Mikrosystemtechnik Erfurt, das Medienzentrum Studiopark für Kinderfilme in Erfurt, das Zentrum für Modernes Bauen Weimar und das Zentrum für Kreative Industrie Weimar. Bei der IKT-Infrastruktur verfügen 94 % der Thüringer Bevölkerung über einen Breitbandzugang (Deutschlanddurchschnitt: 90 %) im Jahr 2018 (Eurostat, 2019). Achtzehn Mitarbeiter der Abfallwirtschaft im Lambton County erhalten eine deutliche Lohnerhöhung, nachdem ihre Gewerkschaft einen dreijährigen Tarifvertrag mit der Waste Management of Canada Corporation (Lambton County Landfill Division) ratifiziert hat.